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Tischtennis:
(Deutscher Tischtennis-Bund e.V.)

Beim 1:3 der Damen gegen Hongkong war mehr drin

 
Sie haben gut gespielt, mussten sich am Ende aber doch den Favoritinnen beugen. Deutschlands Damen hatten im Spiel um Platz eins in der WM-Vorrundengruppe D gegen Hongkong das Nachsehen. Gegen den Vierten der Team-Weltrangliste gab es ein 1:3, das knapper war, als der Endstand es andeutet. Das Achtelfinale haben die DTTB-Damen als Gruppenzweiter sicher. "In der Hauptrunde müssen wir eine Schüppe drauflegen", sagt Irene Ivancan. Am Donnerstag um 3 Uhr deutscher Zeit folgt das letzte Vorrundenspiel gegen Serbien.

Tokio. Eine bärenstarke Irene Ivancan hatte die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes in Führung gebracht. Die DTTB-Abwehrchefin in Tokio besiegte die Weltranglisten-17. Jiang Huajun in vier Sätzen, spielte dabei hoch konzentriert und blieb auch in knappen Phasen ruhig. In Durchgang eins musste sie nach 10:5-Führung sogar einen Satzball ihrer Gegnerin abwehren, bevor sie ihren eigenen siebten nutzte. Satz zwei ging danach zwar klar verloren, doch im Anschluss war die 30-jährige Berliner Champions-League-Siegerin wieder voll auf der Höhe.

Solja: Alles richtig gemacht, aber am Ende Pech gehabt

Petrissa Solja hatte gegen Hongkongs Nummer eins den Punkt zum 2:0 schon auf dem Schläger. Nach den ersten beiden gewonnen Sätzen lag die Noch-Linzerin auch in Durchgang drei mit 6:3 in Front, doch dann kämpfte sich Lee Ho Ching zurück ins Spiel, punktete gleich sechs Mal in Folge und sicherte sich schließlich diesen Satz mit 12:10. Im Vierten lief Solja stets einer Zwei-, Drei-Punkte-Führung der Weltranglisten-14. hinterher. In Satz fünf dann standen die Zeichen auf Sieg. Mit ihrer starken Rückhand punktete die Deutsche ein ums andere Mal. Das Glück war aber ab 7:4 nicht auf ihrer Seite. Punktgewinne durch Netz- und Kantenbälle ihrer Gegnerin setzten ihr sichtlich zu. Auch das Time-out von Coach Jie Schöpp bei 7:6 half nicht. "Wenn man gegen eine so gute Spielerin 2:0 führt, heißt das nicht automatisch, dass man gewinnt, es ist aber eine super Chance", sagte die amtierende Mannschafts- und Doppel-Europameisterin, Solja. "Lee Ho Ching war heute ein Glückskind", erklärte Bundestrainerin Schöpp. "Peti war spielerisch und taktisch sehr gut, hat im Fünften nach dem Time-out alles richtig gemacht. Wir müssen gegen eine Mannschaft wie Hongkong eben auch Glück haben, wenn wir gewinnen wollen. Meine Mannschaft hat gut gespielt. Die Niederlage akzeptieren wir natürlich."

Kristin Silbereisen überrollte die 18 Plätze über ihr in der Weltrangliste eingestufte Ng Wing Nam (33) im ersten Satz, konnte ihr danach allerdings nicht mehr ihr Tempo-Spiel aufzwingen. "Am Anfang hatte sie meinen schnellen Bällen nicht viel entgegen zu setzen. Danach hat sie sich besser auf mich eingestellt", beschrieb Silbereisen. Im vierten Satz sah es nach der Wende aus. Nach einer 8:4-Führung, jedoch zwischenzeitlichem 8:8 unterlief der angehenden Physiotherapeutin und amtierenden Deutschen Doppel-Meisterin bei ihrem Satzball bei 10:9 ein Fehlaufschlag. Gute Bälle zum Ausgleich in der Verlängerung wurden von etwas überhastet aussehenden Fehlern Silbereisens überlagert. Mit 13:11 ging Satz vier und damit der Sieg an Ng. "Ich überlege schon die ganze Zeit: Ich wüsste nicht viel, was ich hätte besser machen können. Ich habe mich gut gefühlt und bin eigentlich in einer guten Form."

Ivancan: "Eine Schüppe drauflegen"

Irene Ivancan wehrte sich danach gegen Lee Ho Ching nach Kräften, musste sich der clever agierenden German-Open-Halbfinalistin des vergangenen Jahres jedoch in vier Sätzen geschlagen geben. "Unsere Niederlage ist wirklich sehr ärgerlich. Wir haben so gut gegen gehalten. Bei einer 2:0-Führung hätte es anders ausgesehen", fasste "Peti" Solja die Partie zusammen. Ivancan, die EM-Finalistin von 2011, ergänzte: "Team Hongkong zu schlagen war unser Ziel, daher sind wir jetzt im ersten Moment traurig, dass aus der wirklich engen Partie für uns nicht mehr herausgekommen ist. In den Spielen in der Hauptrunde müssen wir eine Schüppe drauflegen."

Hongkong steht damit vor der dem fünften Gruppenspiel als Sieger fest und zieht direkt ins Viertelfinale ein. Deutschlands Damen stehen unabhängig vom Ausgang ihres Spiels am Donnerstag um drei Uhr nachts deutscher Zeit gegen Serbien als Zweiter im Achtelfinale. Die DTTB-Herren führen in ihrem vierten Gruppenspiel gegen Hongkong aktuell mit 2:0. Live-Streaming (Tisch 2) http://ittf.com/ittv/

Championships Division, Herren, Gruppe B, 3./4. Gruppenspiel

Damen, Gruppe D, 4. Gruppenspiel Deutschland – Hongkong 1:3

Irene Ivancan - Jiang Huajun 3:1 (12,-5,9,7) Petrissa Solja - Lee Ho Ching 2:3 (4,9,-10,-9,-8) Kristin Silbereisen - Ng Wing Nam 1:3 (7,-6,-7,-11) Ivancan - Lee 1:3 (-11,-5,13,-6)

Kroatien – Ukraine 0:3, Tschechien – Serbien 3:0

Herren, Gruppe B, 4. Gruppenspiel 12.30 Uhr (19.30): Deutschland - Hongkong, Kroatien - Ukraine, Singapur – Dänemark

Deutschland - Kroatien 3:0 Dimitrij Ovtcharov - Tan Ruiwu 3:0 (12,8,5) Timo Boll - Andrej Gacina 3:1 (4,-5,8,5) Patrick Franziska - Tomislav Kolarek 3:0 (10,6,7)

Singapur - Kroatien 3:1 Ukraine - Dänemark 3:0

Donnerstag, 1. Mai 5. und letztes Gruppenspiel 3.00 Uhr (10.00): DTTB-Damen – Serbien 6.00 Uhr (13.00): DTTB-Herren – Ukraine

Freitag, 2. Mai Alle Achtelfinals/1 Viertelfinale Herren

Samstag, 3. Mai Viertelfinals

Sonntag, 4. Mai Halbfinals

Montag, 5. Mai 9.30 Uhr (16.30): Finale Herren-Mannschaft 12.30 Uhr (19.30): Finale Damen-Mannschaft


Original-Pressemitteilung
Artikel vom 06.05.2014, 10:56 Uhr

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