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Aerobic:
(SV Gehlert e.V.)

"Dat Onndier vom Hexebersch"

 
Die in ihrer Besetzung nahezu unveränderte Theatergruppe präsentierte an zwei Abenden insgesamt 550 Besuchern ein überaus abwechslungsreiches Geschehen, in dem die Familie des ehemaligen Bürgermeisters Gustav Klöckner im Mittelpunkt stand.

Der ansonsten so ruhig und gelassen agierende Ortschef hatte im Jahr 1923 gleich an mehreren Fronten zu kämpfen, bedrohte doch einerseits der allzu vorwitzige Pressereporter Apollonius L. Murks den häuslichen Frieden bei "Juusten" und schüchterten andererseits mysteriöse Geräuschkonserven die Einwohner von Gehlert ein.
Dabei hatte es der Reporter offenkundig nicht nur auf die Dokumentation des bäuerlichen Lebens, sondern vielmehr auf die Schwester des Bürgermeisters, "Juuste Luise" abgesehen. Auch beim Einsatz der Feuerwehr hatte der Bürgermeister alle Hände voll zu tun, um das notwendige Maß an Disziplinierung zu erzielen. Insoweit war es nur allzu menschlich, dass sich seine Ehefrau Katharina höchstpersönlich den Anforderungen stellte und die Grenzen zwischen Privatem und Amtlichen verschwimmen ließ.
Es wurde ein hartes Stück Arbeit für Feuerwehrchef Wilhelm Groß, Wasenmeister Heinrich Etz, den Viehhirten Luis Honk und den 1. Beigeordneten Clemens Müller, das Geschehen zu einem für die Gemeinde guten Ende zu bringen. Letztendlich gelang es ihnen, den Beweis zu führen, dass der angebliche Reporter Murks Urheber allen Übels war. Er war es, der im Auftrag eines Düsseldorfer Windmühlenkonzerns billige Grundstücke in den Höhenlagen der Gehlerter Gemarkung auftun sollte – eine Anspielung auf die von Gehlerter Seite aus kritisch bewertete Errichtung von Windkraftanlagen unmittelbar an der Gemarkungsgrenze Gehlert / Alpenrod. Und Murks war es auch, der mit angsterregenden Geräuschkulissen, selbst gefertigten Pfotenabdrücken eines Braunbären und anderen unlauteren Mitteln für Unruhe in der Bevölkerung gesorgt und so gezielt auf Grundstücksveräußerungen hingearbeitet hatte. Im Vergleich dazu war das kriminelle Unrecht des beim Gemüsediebstahl ertappten Felix Schneider eher zu vernachlässigen, zumal dieser mit einer "Tott Briietscher" ohnehin zügig in die Entschädigung eintrat.

Bei den Zuschauern lebte so manche Erinnerung an alte Zeiten auf, so etwa an die eintönige Arbeit im Rummelskeller, unter der auch Bürgermeistersohn Wilhelm zu leiden hatte. Oder an die Zubereitung von Sauerkraut, bei der Mina Müller wirklich alles geben musste, um das "Gemös pladdisch ze treren".

Alles in allem ein kurzweiliger und unterhaltsamer Abend, die nicht nur die Gehlerter, sondern auch viele Zuschauer aus unseren Nachbargemeinden genießen konnten.

Wir haben die diesjährige Aufführung des Gehlerter Dorftheaters aufzeichnen lassen und bieten die Aufnahme als DVD zum Preis von Ä 20 / Stück an. Wir garantieren die Auslieferung der DVD bis spätestens zum 15.12.2008.

Ihre Bestellung richten Sie bitte an:
SV Gehlert
– Arbeitskreis Veranstaltungen & Kultur -
Herrn Johannes Kunz, Telefon 02662 / 3132.


Autor: arro
Artikel vom 20.10.2008, 12:25 Uhr

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