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Basketball:
(SC Lerchenberg)

Schlechteste Saisonleistung fast noch mit Sieg belohnt

Insbesondere in der Zone schien der Korb wie vernagelt für die Hausherren. Einfachste Korbleger wurden reihenweise vergeben und die Gäste zogen nach 4 Minuten locker und leicht mit 16:2 davon. Im 2. Viertel hatte zumindest Ulf Reermann seine Sicherheit wiedergefunden. 10 wichtige Punkte aus der Mitteldistanz ließen die Gastgeber wieder hoffen. Auch die stabilere Defense verfehlte ihre Wirkung nicht. Statt der 20 im 1. Viertel konnten die Pfälzer "nur" noch deren 16 erzielen. Beim 30:36 wurden die Seiten gewechselt.
Die intensive Halbzeitbesprechung bewirkte leider nichts. Gegen die weit nach vorne gezogene 3-2-Zone der SG'ler wollte man 2 Center auf die Freiwurflinie postieren und so den Flügeln mehr Platz verschaffen. Dies gelang auch zumeist, nur nach spätestens 2 Pässen kam die gesamte Offense zum stehen oder postierte sich genau da, wo auch schon ein Gegenspieler stand. Katastrophal schlechte Wurfentscheidungen und Zittern bei jedem Paß prägten dieses 3. Viertel. Sage und schreibe 8 Punkte, der erste Feldkorb nach über 5 Minuten, waren die Konsequenz. "Wenn sich noch einmal einer der Herrschaften über unsere Damen lustig macht, dann soll er sich mal getrost dieses Viertel in Erinnerung rufen", konnte sich Axel Beckmann einen Seitenhieb auf die Arroganz seiner Jungs gegenüber dem weiblichen SCL-Team nicht verkneifen. Beim 38:50 hätte wohl kaum jemand in der Halle nur noch einen Cent auf den SCL gesetzt.
Es bedurfte eines kräftigen verbalen Trittes, um das Heim-Team doch noch einmal in Bewegung zu versetzen. Wie ausgewechselt präsentierte sich die Mannschaft in den letzten 10 Minuten der regulären Spielzeit. Plötzlich wurde auch einmal ein Fastbreak gespielt und die riesigen Lücken in der gegnerischen Zonen-Verteidigung ausgenutzt. Punkt um Punkt kämpften die Lerchenberger sich heran und die 1-3-1-Zone zeigte Wirkung. Zwar beging man einige dumme Fouls, aber die Pfälzer erzielten zwischen der 33. und 39. Minute keinen einzigen Feldkorb mehr. Auf der Gegenseite saßen endlich einmal die Distanzschüsse und Balazs Czuczor war es vorbehalten, durch einen haarsträubenden Dreier den Ausgleich zum 63:63 herzustellen. Der überragende Scorer Volker Zenzen konnte zwar im Gegenzug erneut die Führung für Mehlingen erzielen, aber eine halbe Minute vor Spielende war der Center mit ungarischen Vorfahren wieder zur Stelle, um einen Offensivrebound zum 65:65-Endstand zu verwandeln. Sogar eine Siegchance hatte der SCL noch, aber was sich wie ein roter Faden durch dieses Spiel zog, aus einer ungünstigen Position kann man eben nur selten treffen. In der Verlängerung schienen die Lerchenberger anfänglich den Schwung aus dem letzten Viertel mitzunehmen. Auf einen erfolgreichen Distanzschuss der Gäste ließ Steffen Gosenheimer seinen zweiten Dreier des Spiels folgen. Doch dann eröffnete man dem Gegner erneut einige einfache Chancen, die dieser sich nicht entgehen ließ (68:74). Die SCLer ließen sich aber auch davon nicht beeindrucken. Konsequent widersetzten sie sich den Anweisungen ihres Coaches ("Bringt den Ball an den Korb") und feuerten munter von der Dreier-Linie. Wiederum Steffen Gosenheimer und dann Björn Bresser stellten den Ausgleich her. Letztgenannter konnte dann noch 1 von 2 Freiwürfen verwandeln und man ging mit 75:74 in die Schlussminute. Ein Foul auf der Gegenseite bescherte den Gästen 2 Freiwürfe, die ebenfalls einmal genutzt wurden. Im Angriff produzierte der SCL den 19. Turnover des Spiels und der Mehlinger Lautensack wurde mit einem Distanzschuss zum Matchwinner.
Mit dieser Niederlage sind die Chancen des SCL, die Meisterschaft zu gewinnen, auf ein Minimum zusammengeschrumpft. "Ich werde aber nicht zulassen, dass wir jetzt wie in den vergangenen Jahren nur noch rumdaddeln. Es sind noch 10 Spiele zu absolvieren und ich erwarte, dass jeder bis zum Schluss mitzieht. In den kommenden Spielen kann noch viel passieren und ich möchte nicht schon wieder zur Lachnummer der ganzen Liga werden", zeigte sich der Coach kämpferisch.
SCL: Rainer Schmidt (0 / verletzt ausgeschieden); Andreas Kluge (2); Björn Bresser (4 Punkte / 1 Dreier); Markus Holbach (14); Hansi Lenhard (4); Lars Wessel (7); Ulf Reermann (20); Steffen Gosenheimer (13 / 3); Balazs Czuczor (11 / 1); Tobias Issel (0).


Autor: axbe
Artikel vom 17.11.2003, 17:20 Uhr

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