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Basketball:
(SC Lerchenberg)

SCL geht als Sieger aus dramatischem Verfolgerduell hervor

 
Die rund 60 Zuschauer erlebten von Beginn an ein kampfbetontes und mitreißendes Spiel zweier Teams, die von ihrer überdurchschnittlichen Defense profitierten. Den Lerchenbergern gelang es insbesondere im ersten Abschnitt durch einen ständigen Wechsel zwischen Mann-Mann- und einer 1-3-1-Zonenverteidigung die SG-Spieler aus dem Konzept zu bringen. Magere 3 Feldkörbe gelangen den Pfälzern. Auf der Gegenseite hatten aber auch die Gastgeber einige Probleme mit dem Abschluß und der starke Andi Kluge war es dann, der in der 3. Minute endlich eine der bis dahin zahlreichen guten Wurfmöglichkeiten erfolgreich nutzen konnte. Zwei Minuten später legte er noch mit 2 Korblegern nach und erzielte die erste Führung des Spiels (8:6). Zwei Dreier von Ulf Reermann und Tolga Sancaktaroglu, sowie ein Nahdistanzwurf von Markus Holbach brachten eine 16:9-Führung nach dem ersten Abschnitt.
Die hohe Intensität hatte allerdings für die SCLer auch erste negative Folgen. Lars Wessel und Rainer Schmidt mussten nach zwei schnellen Fouls auf der Bank Platz nehmen und die Pfälzer kamen zunehmend besser mit der ungewohnten Defensevariante der Lerchenberger zurecht. Auch eine Umstellung auf eine 3-2-Zone führte bei den Gastgebern zu keiner Besserung. Im Gegenteil, Speyer / Schifferstadt entdeckte plötzlich große Lücken in der gegnerischen Defense und nutzte diese gnadenlos. 8 unbeantwortete Punkte zwischen der 17. und 19. Minute brachten wieder eine 32:28-Führung der Gäste. Auf die 3 nachfolgenden Punkte des SCL setzte der stärkste Speyrer, der ehemalige Zweitligaspieler Thomas Knell, noch einen seiner insgesamt 5 Dreier zum 31:35-Halbzeitstand drauf. Die 10 Minuten Pause hatten sich die permanent anfeuernden Zuschauer (inklusive 5 lautstarker Pfälzer Fans) redlich verdient und für die 2. Halbzeit mussten sie auch sehr gute Nerven und eine ausgezeichnete Kondition mitbringen. Die Lerchenberger kämpften sich mit einer nun permanent gespielten Manndeckung wieder auf 39:41 (24. Minute) heran, konnten aber nicht verhindern, daß die Speyrer drei Dreier verwandelten. Besonders bitter stieß wohl Markus Holbach der erfolgreiche 6,25 Meter-Wurf des gegnerischen Aufbauspielers Sven Fischer auf. Dieser war nicht nur durch seine 3 Dreier einer der auffälligen Pfälzer Akteure, sondern zog auch durch mehrere nicht geahndete Unsportlichkeiten den Unmut der Lerchenberger Fans und Spieler auf sich. Markus jedenfalls setzte im direkten Gegenzug seinerseits einen spektakulären Dreier drauf. Diese Aktion stellte sich allerdings nur als kurzes Strohfeuer heraus. Drei Minuten später hatten die Pfälzer durch ihren eigentlichen Topscorer Johannes Seither (insgesamt nur 9 Punkte) ihre höchste Führung mit 54:44 erzielt.
Vor dem letzten Viertel sah es nur unwesentlich besser aus (53:60). Eine wiederholte Fehlentscheidung der ansonsten sehr souverän und gut leitenden Schiedsrichter Johann Ammon (Worms) und Christian Puscher (Nieder-Olm) führte zu einem kurzen Ausraster von SCL-Coach Axel Beckmann, der zurecht mit einem Technischen Foul bestraft wurde. Für die Spieler war dies aber scheinbar das richtige Signal. Plötzlich wurde in der Defense deutlich stärker gekämpft und in der Offense die Chancen gnadenlos genutzt. Ein 12:0-Run brachte eine 67:62-Führung auf die Anzeigetafel. Von diesem Lauf erholten sich die Pfälzer nicht mehr. Die Lerchenberger agierten souverän in der Offense und ließen sich auch durch Flüchtigkeitsfehler nicht mehr aus der Ruhe bringen.
"Die Zuschauer haben heute ein sehr gutes Landesliga-Spiel gesehen und ich bin mächtig stolz auf diesen Sieg." zeigte sich SCL-Trainer Axel Beckmann begeistert. "Wir mussten relativ kurzfristig völlig umplanen, da nur 2 Center zur Verfügung standen. Aufgrund seiner starken Leistung in der Defense habe ich dann noch den gesundheitlich angeschlagenen Ulf Reermann fast durchspielen lassen. Besonders beeindruckend war auch der überragende Auftritt von Markus Holbach und Andreas Kluge, bei denen heute der Knoten offenkundig geplatzt ist. Der knappe Sieg ist gut für unsere Moral, denn er beweist, dass wir in dieser Saison in der Lage sind, enge Spitzenspiele zu gewinnen. Gerade im Hinblick auf die drei letzten Vorrundenspiele in Bad Kreuznach, gegen Mehlingen/Kaiserslautern und in Nieder-Olm sind wir gut gewappnet und haben uns zweifellos taktisch weiterentwickelt."
SCL: Andreas Kluge (15); Lars Wessel (1); Björn Bresser (15 Punkte / 2 Dreier); Markus Holbach (19 / 3); Tolga Sancaktaroglu (8 / 1); Ulf Reermann (5 / 1); Steffen Gosenheimer (5 / 1); Balazs Czuczor (4); Florian Weindl (0); Rainer Schmidt (6).


Autor: axbe
Artikel vom 20.10.2003, 09:17 Uhr

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